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Wie lerne ich Handpanspielen?

Aktualisiert: 9. Feb. 2022

Die Handpan ist ein sehr intuitives Instrument und klingt fast von Anfang an schön. Das ist bei weitem nicht bei jedem Instrument so. Stell dir vor, du lernst Geige spielen. Da übst du eine ganze Zeit lang, bis du einen Ton sauber spielen kannst und noch viel länger, bis du die erste Melodie spielen kannst.

Bei der Handpan zeigt die Erfolgskurve besonders am Anfang steil nach oben. Du brauchst einen Moment, bis dein Anschlag schön klingt, aber dann kanns auch schon losgehen. Etwa die Hälfte meiner Kursteilnehmer hat Glück und kann das bereits vom ersten Schlag an.


Die Tonfelder auf deiner Handpan sind so gewählt, dass du kaum etwas «falsches» Spielen kannst. Die Harmonielehre kannst du dir also vorerst schenken. Vielleicht interessiert es dich später einmal, was da harmonisch passiert, wenn du spielst. Dann kannst du dich immer noch damit auseinandersetzen.


Bin ich zu alt oder zu unmusikalisch um Handpan spielen zu lernen? Nein!

Ich habe ganz viele Kursteilnehmer, die noch nie ein Instrument gespielt haben und sich am Anfang fast entschuldigen und sagen, dass sie leider unmusikalisch sind. Unmusikalische Menschen habe ich in meiner Zeit als Schlagzeuglehrer und Kursleiter übrigens fast keine kennengelernt. Ein Musikinstrument spielen zu können besteht zu 95% aus Üben und zu 5% aus Talent.


Gut, je älter man wird, desto weniger leicht fällt es einem, Neues zu lernen. Dafür ist man vielleicht geduldiger und gelassener. Der Durchschnittskursbesucher/in bei meinen Kursen ist +/- 50 Jahre alt. Und davon haben einige schon nach einem Jahr ein beachtliches Niveau erreicht.


Ich sehe bei meinen Kunden grob 2 Typen von Handpanspieler/innen.


Die Geniesserin / der Geniesser

Du hast dir eine Handpan als Entspannungsinstrument gekauft. - Zum Abschalten am Feierabend, zum Meditieren und zum freien Musizieren. Dir geht es vor allem darum, die schönen Klanglandschaften der Handpan zu geniessen. Technik und Rhythmus stehen erstmal nicht im Vordergrund. Fast im Gegenteil. Du möchtest dich nicht verkopfen, sondern für einmal ohne Ansprüche an dich selbst, einfach nur geniessen.

Wenn du dich in diesen Zeilen angesprochen fühlst, habe ich für dich folgende Tipps:

Das Üben von Rhythmen und Melodien steht bei dir nicht im Zentrum. Allerdings ist es auch fürs freie Spielen schön, wenn du ein paar Muster in deinem Repertoire hast, auf die du immer zurückgreifen kannst. Einfache Rhythmen oder Abfolgen, die du ohne Anstrengung spielen und erweitern kannst.


  • Suche dir fürs freie Spielen Räume mit einer spannenden Akustik. Eine kleine Kapelle zum Beispiel, ein Saal oder zu Not auch die Parkgarage, wenn sie einen schönen Hall hat. Wenn dich die Akustik des Raumes trägt, macht es doppelt Spass.

  • Suche dir Spielpartner mit der gleichen Einstellung. Im Idealfall könnt ihr euer Instrumentarium noch erweitern mit Gongs, Klangschalen oder anderen Perkussionsinstrumenten. Das passt wunderbar und erweitert eure Möglichkeiten.

  • Versuche eine Stimmung zu vertonen oder mit deinen Klängen eine Reise zu machen. Von der Alp ans Meer zum Beispiel.

Wenn du irgendwann an den Punkt kommst, dass du immer etwa Dasselbe spielst und dich das nicht zufrieden stellt, so ist es dann vielleicht an der Zeit dir neue Inputs zu holen. In einem Kurs, aus einem Buch oder einfach von Youtube.


Die Ambitionierte / Der Ambitionierte

Du nennst eine Handpan dein Eigen oder bist auf dem Weg dazu und weisst auch schon, welche Lieblingsvideos von Youtube du gerne spielen möchtest. Du bist interessiert, an Rhythmik und kannst es kaum erwarten die ersten Melodien zu lernen.

Hier meine Tipps für dich:


  • In einem Anfängerkurs machst du dich vertraut mit den Anschlagtechniken und lernst das kleine 1x1 der Rhythmik. Du spielst die ersten eigenen Rhythmen und weisst, wie du das Gelernte nun selbst verzieren kannst. Also, wie daraus dann deine eigene Musik entsteht. Es ist mir wichtig, dass du nicht nur Sachen nachspielen kannst, sondern dass du lernst, deine eigene Kreativität einfliessen zu lassen. Das sind alles Dinge, die du auch selber entdecken kannst. Verpackt in einen Anfängerkurs geht es einfach deutlich schneller und gibt dir den nötigen Rückenwind für deinen Start. Ausserdem lernst du deinen zukünftigen Spielpartner vielleicht am Kurs kennen?

  • Wenn du die Grundlagen des Anfängerkurses verinnerlicht hast, bist du bereit für einen Aufbaukurs. Hier bekommst du neue Inputs. Neue Rhythmen, neue Melodien und auch neue Techniken.

  • Du arbeitest selbständig. Zum Beispiel mit meinem Buch «playing Handpan». Das Buch beinhaltet alle Themen des Anfängerkurses und natürlich noch ganz viel mehr. Zu jeder Übung findest du auch ein Video per QR Code. Wenn du gerne selbständig arbeitest und dir auch regelmässig Zeit nimmst, so wird dir das auf jeden Fall ausreichen, um gute Fortschritte zu machen.

  • Du besuchst Einzelstunden. Ich unterrichte 1:1 nur in meinem Atelier in St.Gallen. Wenn dir das zu weit ist, findest du vielleicht einen Handpan Lehrer in deiner Nähe. Einzelstunden sind immer eine gute Lösung. Wir arbeiten individuell in deinem Tempo, auf deine Bedürfnisse zugeschnitten. Dazu kommt, dass man dem Handpan Üben eine höhere Priorität einräumt, wenn man regelmässig Unterricht besucht. Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Man übt einfach konsequenter wenn man weiss, dass in der kommenden Woche wieder eine Stunde abgemacht ist.

  • Auf Youtube findest du einige gratis Tutorials. Youtube bietet viel gute Tutorials zu verschiedenen Themen. Für Handpan bin ich allerdings noch nicht wirklich auf fundiertes Material gestossen. Es hilft aber, sich Videos deiner LieblingskünstlerInnen anzuschauen und mit etwas Geduld wirst du so viel Abschauen und Nachspielen können.

  • Du arbeitest mit einem Onlinekurs von «Handpan Dojo» oder «Master the handpan». Ich kenne beide Kurse und kann beide empfehlen. Schau dir vorher beide Portale an und wähle den aus, der dir sympathischer ist. Beide Kurse sind auf Englisch. Vorteil: Du kannst üben wann du willst und soviel du willst und die Lernvideos beliebig oft anschauen. Nachteil: Es sagt dir niemand wenn etwas nicht stimmt und es motiviert dich niemand wiedermal zu üben ;-)

  • Du hast einen SpielpartnerIn oder du triffst dich in einer Übegruppe. Es macht viel mehr Spass zu zweit zu üben als allein. Ausserdem gibt es immer etwas, was der eine dem anderen beibringen kann. Musikmachen zu zweit ist nochmal ein neues Erlebnis. Das kann man allein nicht erleben.

  • Das beste zum Schluss. Unsere Handpan Wochenenden. Tauche für ein paar Tage tiefer ins Handpan Spielen ein. Wir machen Musik zusammen, haben Spass und sind erst noch an einem schönen Ort. Hier knüpfst du sicher gute Kontakte und gehst mit einem Rucksack voller Ideen wieder nach Hause!

Ich wünsche dir einen guten Start in die Handpan Welt!



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